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Flexiblere Arbeitsstrukturen und weniger Fehler in der Fertigung

2010-06-02

Frei programmierbare Ablaufsteuerung mit Werkerführung

Das Visualisierungssystem Posco-Vision von Desoutter führt Mitarbeiter standardisiert, sicher und schnell durch unterschiedlichste Prozesse wie Schrauben, Kleben, Schweißen oder Stanzen. Die Arbeit wird auf diese Weise effizienter und prozesssicher ausgeführt. Der Clou: Weil die Werker nicht mehr die Bedienung verschiedener Systeme oder Steuerungen erlernen müssen, können sie flexibel an unterschiedlichen Stationen eingesetzt werden. Auch neue Mitarbeiter sind schnell eingearbeitet.

MAINTAL, Juni 2010 – Posco-Vision ist ein Multitalent rund um die Werkerführung – und zusätzlich jetzt auch für die Visualisierung. Zum einen können Anwender damit Schraubaufgaben frei programmieren, steuern und kontrollieren. Zum anderen kann das System unternehmensweit in der ganzen Fertigung nicht nur für alle Werkzeuge, sondern für fast beliebige andere Prozesse eingesetzt werden. Alle Daten, die während der Schraub- oder sonstigen Arbeitsprozesse anfallen, lassen sich speichern und zusammenfügen; zum Beispiel Schraubresultate, wie Drehmoment und Drehwinkel, ferner Datum und Uhrzeit sowie die Bauteilnummer. Insbesondere Anwender in der stücklistenorientierten Produktion, etwa bei Automobilzulieferern, aber auch in den meisten anderen Industriebranchen, erhalten mit Posco-Vision eine universell nutzbare Datenzentrale in ihrem Intranet.

Das große Plus des Systems: Neue Mitarbeiter sind äußerst schnell eingearbeitet, auch neue Prozesse werden in kürzester Zeit erlernt. Und: Sobald die Werker den leichten Umgang mit Posco-Vision beherrschen, finden sie sich schnell an anderen Arbeitsplätzen zurecht, die damit ausgestattet sind. „Je flexibler die Werker sind, desto leichter können Unternehmen Nachfrage-Spitzen abfedern“, betont Jürgen Göbel, seit 1. April neuer Geschäftsführer der Desoutter GmbH in Maintal, „ohne dass Produktivität und Qualität leiden müssen.“ Denn selbst komplexe Arbeitsabläufe werden dem Werker in der richtigen Reihenfolge visualisiert – einschließlich aller erforderlichen Angaben zum richtigen Werkzeug. Damit können Unternehmen flexiblere Arbeitsstrukturen einführen.

„Neben allen Montagearbeiten führt diese die Werker beispielsweise auch durch andere Prozesse wie Kleben, Schweißen oder Stanzen“, sagt Göbel. Verschiedene Bediener können deshalb alle Arbeiten in der gleichen Qualität ausführen. „Fehler werden mittels des Poka-Yoke-Ansatzes weitestgehend ausgeschlossen.“ Denn obwohl Posco-Vision die Bedienmöglichkeiten einer frei programmierbaren Steuerung bietet, bleibt es vor allem ein System für die Werkerführung und Visualisierung. Es sorgt dafür, dass Montageprozesse immer in der vorbestimmten Reihenfolge abgearbeitet werden, wie bei einer Checkliste. Dadurch werden Fehlerquellen eliminiert, der Ausschuss sinkt, die Qualität der gefertigten Produkte steigt.

Ein System für alle Fälle

Für den Anwender bedeutet das, er braucht sich nicht mehr auf mehrere Anbieter von Steuerungen mit verschiedenen Systemen einzustellen. Damit kann eine Vielzahl an Programmierungen entfallen; alles läuft über Posco-Vision. Besonders für Anwendungsfälle, die eine hohe Anzahl an Ein- und Ausgängen erfordern, eignet sich das System, das über ein Zusatzmodul – den E-A-Expander – 64 digitale Ein- und Ausgangsklemmen bietet. Posco-Vision lässt sich leicht per Drehknopf bedienen, alle Abläufe und Bauteile können klar auf dem TFT-Farbdisplay visualisiert werden. Darüber hinaus gibt es aber auch Bedientasten sowie einen USB-Anschluss für eine Tastatur. Die erfassten Daten lassen sich exportieren und auf Wunsch automatisch alle 15 Minuten an ein Host-System oder gleich an eine SQL-Datenbank senden. Ein definiertes Minimum an Daten kann dabei weiter auf dem lokalen Display angezeigt werden.

Geführte Montage oder wahlfrei verschrauben

Das System eignet sich standardmäßig für Werkzeugständer von Desoutter, die serienmäßig mit Encoder ausgestattet sind. Bis zu sechs Wegaufnehmer – je drei analoge und drei digitale – sind in einem System möglich, um die x-, y- und z-Position zu bestimmen. Eine weitere Besonderheit ist das „wahlfreie Verschrauben“. Hierbei werden Anzahl und Position der Schrauben vorgegeben, aber die Montagereihenfolge ist beliebig. Auch ist ein Verschrauben ohne Positionskontrolle möglich.

Posco-Vision ist modular aus drei Hauptkomponenten aufgebaut: der Bedieneinheit, dem Schnittstellenmodul und dem E-A-Expander. Der Anwender kann also klein einsteigen und sein System nach und nach erweitern. In der Basisversion können bis zu vier Werkzeuge angeschlossen werden. Herzstück ist die Posco-Vision-Bedieneinheit mit Drehknopfbedienung auf Basis eines Industrie-PCs. „Sie fährt schnell hoch und benötigt nur wenig Energie“, erläutert Jürgen Göbel. Ein 32-bit-Prozessor, 64 MB Arbeitsspeicher und das 5,7 Zoll große TFT-Farbdisplay bilden eine leistungsfähige Plattform für zahlreiche Fertigungsaufgaben. Zudem lässt sich das System über den CAN-Bus erweitern. Als Schnittstellen sind Ethernet zur Anbindung an das interne Netzwerk sowie zwei USB-Hostanschlüsse integriert, zusätzlich zwei separat herausgeführte RS-232-Schnittstellen für Scanner und Drucker und ein weiterer USB-Device-Port für Servicezwecke.

Weitere Möglichkeiten liefert dann das Schnittstellenmodul Posco-MultiCon, das über das CAN-Bus-Kabel an die Bedieneinheit angeschlossen und darüber auch mit 24 V Spannung versorgt wird. Es bietet drei Anschlüsse für Werkzeugständer mit jeweils einem Analog- und einem SSI-Eingang, zwei weitere serielle Schnittstellen und einen Anschluss für das Expander-Modul.
 
 
 

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Foto 1: Arbeitsplätze lassen sich mit dem Posco-Vision-System standardisiert gestalten. Werkerführung und Visualisierung gleichen sich damit an verschiedenen Arbeitsplätzen, was den flexiblen Einsatz des Personals ermöglicht. Bild: Desoutter


Foto 2: Einfache Bedienung per Drehknopf: Statt sich in verschiedene Steuerungen einzuarbeiten, kann der Werker an allen Arbeitsplätzen mit Posco-Vision-System sofort loslegen. Bild: Desoutter


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