Industrielle Revolutionen - von Industrie 1.0 zu Industrie 4.0

Industrielle Revolutionen - von Industrie 1.0 zu Industrie 4.0


Der technische Fortschritt verändert auch die Art und Weise, wie der Mensch Dinge herstellt. Der Schritt zu einer Produktionstechnologie, die sich komplett von der vorhergehenden unterscheidet, wird auch als industrielle Revolution bezeichnet. Durch neue Produktionstechnologien ändern sich auch Arbeitsbedingungen und Lebensweise der Menschen grundlegend. Welche industriellen Revolutionen gab es und wo befinden wir uns jetzt? „Von der ersten industriellen Revolution bis zu Industrie 4.0.“
 

Die erste industrielle Revolution begann im 18. Jahrhundert durch die Nutzung der Dampfkraft und die Mechanisierung der Produktion. Wurden zuvor etwa einfache Spinnräder zur Herstellung von Fäden eingesetzt, schaffte eine mechanisierte Variante das 8-fache Volumen in derselben Zeit. Dampfkraft war schon vorher bekannt. Dass man sie jetzt für industrielle Zwecke nutzte, war der größte Durchbruch in der Produktivitätssteigerung der Menschen. Statt wie zuvor zum Beispiel Webstühle per Muskelkraft anzutreiben, setzte man als Antrieb nun Dampfmaschinen ein. Entwicklungen wie das Dampfschiff oder (etwa 100 Jahre später) die dampfbetriebene Lokomotive brachten weitere große Veränderungen, weil Menschen und Waren binnen weniger Stunden größere Strecken zurücklegen konnten.

 

Die zweite industrielle Revolution begann im 19. Jahrhundert durch die Entdeckung von Elektrizität und Fließbandfertigung. Henry Ford (1863–1947) übernahm die Idee der Massenproduktion von einem Schlachthof aus Chicago: Hierbei hingen die Schweine an Förderbändern, und jeder Metzger übernahm nur eine Teilaufgabe beim Zerlegen des Tieres. Henry Ford übertrug die Prinzipien auf die Automobilproduktion und veränderte sie dadurch drastisch. Während zuvor an einer Station ein ganzes Auto zusammengebaut wurde, wurden die Fahrzeuge jetzt am Fließband in Teilschritten gefertigt – wesentlich schneller und kostengünstiger.

Die vier Stufen der industriellen Revolution - Industrie 1.0 zu Industrie 4.0
Die vier Stufen der industriellen Revolution - Quelle: iiot-world.com

Die dritte industrielle Revolution begann in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts durch die Teilautomatisierung mithilfe der Nutzung von speicherprogrammierbaren Steuerungen und Computern. Seit der Einführung dieser Technologien sind wir in der Lage, einen kompletten Arbeitsvorgang automatisiert – also ohne menschliches Zutun – durchzuführen. Bekannte Beispiele hierfür sind Roboter, die programmierte Abläufe durchführen, ohne dass ein Mensch eingreifen muss.

 

Aktuell befinden wir uns in der Umsetzung der vierten industriellen Revolution. Diese ist charakterisiert durch die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Industrie und wird auch als „Industrie 4.0“ bezeichnet. Sie baut auf den Entwicklungen der dritten industriellen Revolution auf. Produktionsanlagen, die bereits über Computertechnologie verfügen, werden durch eine Netzwerkverbindung erweitert und haben sozusagen einen digitalen Zwilling im Internet. Über diesen sind sie in der Lage, mit anderen Anlagen zu kommunizieren und Informationen über sich auszugeben. Dies ist der nächste Schritt zur Automatisierung der Produktion. Die Vernetzung aller Anlagen führt zu „cyber-physischen Produktionssystemen“ und somit zur intelligenten Fabrik, in der Produktionssysteme, Bauteile und Menschen über ein Netzwerk kommunizieren und die Produktion sich nahezu selbst steuert.